10 Argumente gegen das Elektroauto -

die Sie gleich vergessen können!

von Dieter Graf & Herbert Starmühler (Hrsg.) Herausgeber: Starmühler Agentur & Verlag, Schellinggasse 1, 1010 Wien

1. Die Reichweite ist zu gering.

Der Pkw-Verkehr teilt sich in zwei Gruppen: Auf der einen Seite gibt es Pendler, die täglich zur Arbeit fahren. Auf der anderen Seite sind die Langstreckenfahrer, die oft mehrere 100 km täglich zurücklegen.

Für Leute, die täglich bis zu 100 km zurücklegen, sind die derzeitigen Reichweiten mehr als ausreichend. Die Wege, die sie aktuell fahren - das sind nach einer Studie des VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) aus dem Jahr 2002 90 % der gefahrenen Strecken - könnten schlagartig elektrifiziert werden. Dazu braucht es Ladestationen zu Hause und idealerweise auch am Arbeitsplatz.

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2. Das Laden dauert zu lange.

Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten. Die Ladedauer richtet sich nach mehreren Faktoren: der Leistung der Ladestation, dem Ladezustand der Batterie, der benötigten Kapazität und der möglichen Beschäftigung während des Ladens. Das Laden einer Batterie dauert auch nicht immer gleich lange, sondern hängt davon ab, wie voll die Batterie schon ist. Je nach Akkutechnologie dauert sie zwei bis fünf Stunden. An der Haushaltssteckdose (230 V) üblicherweise bis zu 3,5 kW; am Starkstromanschluss 400 V bis maximal 22 kW. Jedes Einfamilienhaus besitzt einen 400-V-Anschluss (für das Backrohr oder für die Sauna) bzw. kann Ihnen der Elektriker Ihres Vertrauens einen solchen installieren.

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3. Es gibt zu wenige Lademöglichkeiten.

Gemeinden und private Unternehmen haben bereits ein großes Netz aufgebaut. Es gibt knapp 80.000 Ladestellen in 48 Ländern und an vielen Orten kann man gratis laden.

Es gibt zahlreiche nationale Anbieter von Ladepunkten: Smatrics in Österreich, New Motion in Deutschland, CEZ in Tschechien, Greenways in der Slowakei, um nur einige zu nennen. Dazu kommen regionale Energieversorger, wie z. B. Kelag in Kärnten, Vlotte in Vorarlberg oder diverse Stadtwerke in Deutschland (Neumarkt in der Oberpfalz, Coburg, …) Zusätzlich bieten viele Gemeinden Ladestationen kostenlos an. Auch die Tücken der unzähligen Ladekarten der verschiedenen Anbieter gehören der Vergangenheit an. Heute kann man bequem mit Handy-App bezahlen.

 

4. Elektromobile sind zu teuer.

Der höhere Anschaffungspreis wird durch die viel geringeren laufenden Kosten mehr als wettgemacht. Und: Elektrofahrzeuge haben einen deutlich geringeren Wertverlust. Der Kilometerstand - einer der wesentlichen Preisindikatoren von Gebrauchtwaren - ist bei Elektromobilen bedeutungslos.

Wer sich ein Fahrzeug anschafft, tut gut daran, nicht nur den reinen Kaufpreis, sondern die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer zu betrachten. Die restlichen Komponenten wie Karosserie und etwas Technik (Bremsen) spielen eine untergeordnete Rolle. Die beiden Preistreiber Verbrennungsmotor und Getriebe entfallen.

Zusätzliche Kostenvorteile: 

  • E-Auto-Fahrer haben einen steuerlichen Vorteil gegenüber anderen.
  • Treibstoffkosten: Lädt man das Elektroauto an Gratis-Ladestationen oder zu Hause mit Photovoltaik, verbessert sich die Bilanz noch weiter. Sollte der Benzinpreis steigen, verschlechtert sich die Bilanz der Verbrenner noch mehr.
  • Geringere Wartungskosten: Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren bestehen aus bis zu 1.000 verschiedenen Teilen, während Elektrofahrzeuge nur aus etwa 100 Komponenten bestehen. Viele hochbelastete Bauteile fallen weg und können somit nicht kaputt werden. Dazu kommt eine geringere Abnutzung der Bremsen.
  • Wiederverkaufswert: Der Wiederverkaufswert ist beim Elektromobil wesentlich höher, ebenfalls aufgrund der geringen Anzahl von Verschleißteilen. 

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5. Bei der Herstellung von Akkus entsteht viel CO2.

Seit im Mai 2017 eine Studie des IVL (Schwedisches Umweltforschungsinstitut) veröffentlicht wurde, gibt es eine Zahl, mit der sich der CO2-Ausstoß abschätzen lässt, der bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus entsteht.

Verschiedene Studien zeigen Ergebnisse zwischen 35 und 250 kg pro CO2-Äquivalent - eine sehr große Bandbreite. Die Studien werden tiefer analysiert und auf die jeweiligen Komponenten (Bergbau, Zellen, Verpackung und Produktionsort) heruntergebrochen. Letzterer ist besonders kritisch, da der jeweilige Strom Mix die Emissionen massiv beeinflusst.

Ein in Indien oder China produzierter Akku verursacht den doppelten CO2-Ausstoß im Vergleich zu einem aus Schweden. Außerdem sind die CO2-Emissionen bei einem E-Auto konstant, während sie bei einem Verbrenner mit jedem gefahrenen Kilometer ansteigen. Wie beim Preis rechnet sich das E-Mobil also langfristig.

Bei dieser Betrachtung wurden nur jene Emissionen berücksichtigt, die für die Herstellung des Akkus benötigt werden. Emissionen, die für die Herstellung all jener Komponenten benötigt werden, die das Elektrofahrzeug gar nicht braucht - allen voran ein hochkomplexer Verbrennungsmotor, ein aus hunderten Teilen bestehendes Getriebe, dazu Pumpen, Steuerungen, Filter, Einspritzdüsen, Ölwannen, Kraftstoffbehältern und so weiter - wurden in der Studie vernachlässigt. Des Weiteren wird in der Studie nur der CO2-Ausstroß betrachtet.

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6. Wir haben nicht genug Strom.

Wer den Studien nicht traut, kann es selbst nachrechnen. Folgende Zahlen gelten für Österreich:

+ Produktion von elektrischer Energie in Österreich 2016: 235 Petajoule, das entspricht 63.330 GWh

+ Zugelassene Pkw: 4,89 Mio.

+ Durchschnittliche Fahrleistung pro Pkw/Jahr: 13.100 km

Setzt man den durchschnittlichen Verbrauch von Elektrofahrzeugen bei 150 Wattstunden pro Kilometer an und multipliziert die Anzahl der Fahrzeuge mit der durchschnittlichen Fahrleistung, dann gilt: 4,89 Mio. x 13.100 km x 150 Wh/km = 9,589.200 MWh = 9.589 GWh. Das ist ein Mehrbedarf an elektrischer Energie von 9.589 GWh pro Jahr, oder rund 15 %. 2015 wurde elektrische Energie im Ausmaß von 19.403 GWh exportiert. Damit könnte man mehr als den doppelten Fahrzeugbestand an Pkw elektrifizieren.

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Interessant:

Unglaubliche 66 Mrd. Kilometer legen die 4,89 Mio. Fahrzeuge jährlich in Österreich zurück, also ca. 13.000 km pro Auto. Bei einem hypothetischen Durchschnittsverbrauch von 6 l/100 km ergibt sich ein Bedarf von 3,84 Mrd. Liter Treibstoff, der bei der Elektrifizierung des PKW-Verkehrs eingespart würde. Beim aktuellen Ölpreis von ca. 50 USD/Barrel (1 Barrel = 159 Liter) sind das 1,22 Mrd. Euro, die sich die ÖsterreicherInnen jährlich sparen würden, da man dieses Öl nicht mehr zukaufen müsste. Was man mit diesem Geld stattdessen machen könnte? Z. B. rund 1.200.000 kWp an Photovoltaik installieren. Oder etwa 24.548 Schnellladestationen zu je 50.000 € aufstellen. Langlebige Investitionen, die uns über Jahrzehnte Wohlstand und Energiesicherheit bescheren können.

7. Ohne Ökostrom macht es keinen Unterschied.

Richtig. Aber die meisten Anbieter von Ladestationen verwenden ausschließlich Ökostrom.

Wie die Ökobilanz von fossilen Treibstoffen aussieht, interessiert natürlich niemanden. Dass diese mit enormem Aufwand unter hohem Risiko aus entlegensten Winkeln der Welt herausgebohrt werden, dann tausende Kilometer verschifft werden, um letztlich in einer Raffinerie unter nochmaliger Verwendung von fossiler Energie in Benzin, Diesel und andere Mineralölprodukte fraktioniert werden, wird von den VerwenderInnen kritiklos hingenommen. Ganz zu schweigen von den massiven Umweltschäden, hervorgerufen durch Unfälle wie jenen der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko.

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8. Im Winter sinkt die Reichweite von E-Autos.

Stimmt. Die Reichweite hängt aber stark vom Fahrverhalten und den Bedingungen der Fahrbahn ab.

Einer der wenigen Vorteile im Winter, auch wenn es im Sommer bei älteren Modellen zu Überhitzung führen kann. Das Elektroauto muss Wärme im Winter bzw. Kälte im Sommer elektrisch erzeugen. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber Verbrennungsmotoren, denn es kann im Winter vorwärmen (das können fossile Pkw mit einer Standheizung unter Verwendung von Treibstoff ebenfalls), und sie können im Sommer auch vorkühlen. Kein einziges fossiles Fahrzeug besitzt diese Funktion. Ein unschlagbarer Vorteil im zunehmend wärmeren Europa, kann man doch bequem mittels Handy-App sein Fahrzeug auf die gewünschte Innentemperatur klimatisieren, bevor man einsteigt. Dieser Prozess benötigt Energie. Manche Hersteller bedienen sich dabei einer effizienten Wärmepumpe, die den Strombedarf reduziert.

Der gefühlte Reichweitenrückgang von 5-10 % kann an kalten Wintertagen durch Anpassung der Fahrweise wettgemacht werden.

 

9. Der Akku lebt nicht lange und ist dann Sondermüll.

Oft wird vor kurzen Lebenszeiten der Akkus gewarnt und dass man diese nach 100.000 km wechseln müsse. Währenddessen sind Fahrzeuge jenseits von 500.000 km unterwegs - kein Ende abzusehen. Die Akkus verlieren nach kurzer Zeit etwas an Kapazität (ca. 6 - 8 %) - ähnlich wie der Akku im Handy -, aber das ist völlig normal. Herstellergarantien liegen bei acht Jahren unbegrenzter Kilometerleistung (Tesla).

Viele Menschen machen sich auch Sorgen über den Sondermüll, den Akkus nach deren Lebensdauer darstellen. Dieselben Menschen entsorgen aber gedankenlos elektrische Geräte (dank geplanter Obsoleszenz), Fernseher, Drucker, Haushaltsgeräte und Handy. Gebrauchte Akkus sind nicht Sondermüll, sondern ein hochwertiger Rohstoff. Deswegen werden Unfallfahrzeuge rasch und teuer verkauft. Das Lithium und Kobalt in den Akkus (sonst ist nicht viel drinnen) werden für stationäre Speicherbatterien weiterverwendet.

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10. Andere Treibstoffe, wie Wasserstoff, sind besser.

Flüssiger Wasserstoff hat eine hohe Energiedichte und vermittelt ähnliche Reichweiten wie Benzin oder Diesel. Bei der Verbrennung von Wasserstoff entsteht nur Wasserdampf. Das lässt diese Technologie interessant erscheinen. Leider ist die Herstellung von Wasserstoff ineffizient. Bei der Elektrolyse (Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff) liegt der Wirkungsgrad maximal bei 70 %. 12) Danach muss der Wasserstoff bei einem Druck von 700 Bar verflüssigt werden. Das Elektroauto hat sich als einziges ökologisches Fahrzeug etabliert und wird weltweit forciert. Andere Technologien sind zu teuer oder nur in Nischen sinnvoll.

 

 "Die Zeit ist nicht morgen. Sie ist jetzt."

Worauf warten wir noch?

Elektromobilität bedeutet Unabhängigkeit. Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Die 100 %ige Versorgung mit elektrischer Energie ist bis 2050 nicht nur machbar, sie würde Energiepreise von derzeit 70 €/MWh (2015) auf 52 €/MWh senken und die Zahl der Jobs in der elektrischen Industrie von 19 auf 36 Mio. erhöhen, wie eine Studie der Universität Lappeenranta in Zusammenarbeit mit der Energy Watch Group berechnet hat.

 

Auszüge aus dem Buch "10 Argumente gegen das Elektroauto - die Sie gleich vergessen können!" Von Dieter Graf & Herbert Starmühler, Herausgeber: Starmühler Agentur& Verlag, Schellinggasse 1, 1010 Wien

Grafiken: https://www.klimafonds.gv.at/unsere-themen/mobilitaetswende/

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